Das Amsler-Gitter oder Amsler-Netz ist ein grundlegender Funktionstest in der Augenheilkunde, der entwickelt wurde, um die zentralen Gesichtsfeldbereiche des Auges zu prüfen. Doch wer steckt hinter dieser wegweisenden Erfindung? Es war der Schweizer Augenarzt Marc Amsler.
Marc Amsler, geboren am 5. Februar 1891 in Vevey, Schweiz, und verstorben am 3. Mai 1968 in Siders, Schweiz, war ein renommierter Augenarzt und Direktor der Augenklinik der Universität Zürich. Seine Arbeit trug maßgeblich zur Entwicklung des Amsler-Gitters bei, einem Instrument, das einen schnellen Screening-Test für zentrale Gesichtsfeldausfälle ermöglicht, insbesondere bei altersbedingter Makuladegeneration und anderen Netzhauterkrankungen.
Das Amsler-Gitter besteht aus einem quadratischen Raster mit einem Punkt in der Mitte. Während des Tests muss der Proband diesen Punkt fixieren, während das andere Auge abgedeckt ist. Etwaige „Löcher“, „dunkle Stellen“ oder Verkrümmungen im Gitter können auf Gesichtsfelddefekte hinweisen und erfordern eine sofortige augenärztliche Untersuchung.
Obwohl der Amsler-Test heutzutage mit modernen Perimetern konkurriert, behält er als Selbsttest für Patienten oder als schnelle Screening-Methode seine Bedeutung. Er ermöglicht keine detaillierte Beurteilung des Gesichtsfeldes, ist jedoch ein wichtiger erster Schritt zur Erkennung potenzieller Probleme.
Marc Amsler hat nicht nur den Amsler-Gitter-Sehtest entwickelt, sondern auch Fortschritte in der Kenntnis der Uveitis und anderen Augenerkrankungen erzielt. Seine Arbeit hat das Verständnis und die Diagnose von Augenerkrankungen weltweit verbessert und seinen Platz in der Geschichte der Augenheilkunde gefestigt.
Quellen:
Weitere Infos: https://www.dbsv.org/amsler-gitter-test.html
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