Immer mehr wissenschaftliche Daten zeigen: Ein Mangel an Vitamin D kann das Risiko für die Entstehung eines Grauen Stars (Katarakt) deutlich erhöhen. Eine aktuelle Großstudie aus Hongkong, veröffentlicht im British Journal of Ophthalmology, bestätigt nun diesen Zusammenhang eindrucksvoll (Yam J.C. et al., 2025; DOI: 10.1136/bjo-2024-326716).
Die größte Datenauswertung ihrer Art
Die Forscherinnen und Forscher der Chinese University in Hongkong analysierten Daten von über 440.000 Teilnehmenden aus der britischen UK Biobank-Studie. Dabei zeigte sich:
- Personen mit schwerem Vitamin-D-Mangel (< 25 nmol/L) hatten ein 12 % höheres Risiko, eine Katarakt zu entwickeln.
- Besonders junge Erwachsene unter 50 Jahren waren betroffen: Ihr Risiko war sogar um 27 % erhöht.
Vitamin-D-Mangel war weit verbreitet:
👉 13,4 % der Teilnehmenden wiesen einen schweren,
👉 41,9 % einen moderaten Mangel auf.
Warum gerade jüngere Menschen gefährdet sind
Interessant: Jüngere Menschen waren häufiger von einem starken Mangel betroffen vermutlich, weil sie mehr Zeit in Innenräumen verbringen und weniger Sonne tanken. Der Körper bildet Vitamin D hauptsächlich über UV-B-Licht auf der Haut.
Wer also vom Schreibtisch direkt ins Fitnessstudio oder aufs Sofa wechselt, riskiert langfristig nicht nur Muskelschwäche, sondern auch eine frühzeitige Linsentrübung.
Wie Vitamin D die Linse schützt
Vitamin D wirkt im Körper wie ein zellschützendes Hormon. Es kann:
- oxidativen Stress reduzieren,
- Entzündungsprozesse hemmen,
- und die Zellverbindungen in der Augenlinse stabilisieren.
In der Augenforschung weiß man heute: Es gibt Vitamin-D-Rezeptoren im Linsenepithel, in den Photorezeptoren und in den Hornhautzellen. Ein chronischer Mangel kann diese Systeme aus dem Gleichgewicht bringen – und die Linsentransparenz dauerhaft stören.
Was du konkret tun kannst 👁️☀️
- Regelmäßig Sonnenlicht tanken – am besten täglich 15–30 Minuten, ohne Sonnenbrille oder Sonnencreme (je nach Hauttyp).
- Vitamin-D-Spiegel messen lassen – ideal im Spätherbst, wenn die Speicher leer sind.
- Gezielt supplementieren, falls nötig (in Absprache mit Arzt oder Apotheker).
- Bewegung im Freien – doppelt wirksam: fördert Kreislauf und Vitamin-D-Produktion.
Mein Fazit
Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass Augengesundheit immer auch Ganzkörpergesundheit ist. Wer seine Augen schützen will, sollte nicht nur an Brille und Bildschirmzeit denken – sondern auch an Sonne, Bewegung und Ernährung.
Denn manchmal ist das Beste für unsere Augen nicht ein neues Glas – sondern ein Spaziergang im Licht. 🌞
Bleib augenfit!
LG Ralf C. Jann – dein AUGENFITNESS-Experte

