Ernährung

Dieses Thema ist unglaublich kompliziert. Es gibt einfach eine Vielzahl von verschiedenen Meinungen in unserer Gesellschaft. Ich glaube noch kontroverser kann man nur noch das Thema Impfen oder Nicht-Impfen behandeln.

Wir wissen natürlich alle, dass Du Kalzium zum Leben brauchst. Das bekommst Du vermutlich am besten natürlich aus der Milch. Das wurde sogar in Deutschland von der Regierung so erklärt, als man Milch an Schulen zur Pflicht eingeführt hat. Nun ja in den Wirren der Nachkriegs-zeit war das sicher in Ordnung.

Heute haben wir das Malheur, das Milch fast in allen Produkten enthalten ist und damit vielleicht davon zu viel eingenommen wird. Einige seriöse Wissenschaftler vermuten tatsächlich einen Zusammen-hang mit diversen Erkrankungen.

Stimmt schon, irgendwann ist jedes Lebensmittel mal im Verdacht. Aber auch Babys sollen erst mal auf pure Milch verzichten, habe ich gehört. Wenn es doch so klar ist, dass Milch gesund ist, warum haben dann so viele Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit zu tun? Und wird das in der Gesellschaft wirklich mehr oder fühlt sich das nur so an?

Das ist übrigens laut den Aussagen vieler Wissenschaftler der Normalzustand eines Menschen. Wir kommen angeblich mit einer Laktose- und Gluten-Unverträglichkeit auf die Welt. Geschätzt sind es 75% der erwachsenen Menschen auf diesem Planeten, die eine Milchzucker-Sensibilität haben. Die Verteilung liegt vermutlich bei 10% in Mitteleuropa, 60% in Südeuropa, in Afrika 95% und in Thailand
100% Unverträglichkeit. Die meisten Primaten sind Vegetarier, wir sind auch Primaten. Alle wichtigen Proteine befinden sich in pflanzlichen Quellen oder zumindest haben sie es einmal, bevor der Mensch den Ackerbau professionalisiert hat. Bereits 1940 machte Joseph Evers unsere Umweltfaktoren und unsere Lebensmittel verantwortlich für viele Zivilisationskrankheiten. Die sehr radikale Evers-Diät möchte ich Dir aber nicht anbieten, Du kannst sie aber gerne mal ausprobieren.

Eine Kuh muss im Sommer bis zu 80 Kilogramm Gras pro Tag fressen und bis zu 100 Liter Wasser trinken. Ökologisch ist das sicherlich nicht.

In einem sehr bekannten deutschen Wasser finden sich laut Internet-angaben 107mg Kalzium, 39mg Magnesium und 13mg Kalium. Es hat keine Vitamine, weniger Kalium, aber mehr Magnesium, als ein Liter Milch. Die Menge an Kalzium liegt aber doch relativ weit entfernt.

Die nächste Frage muss also lauten: Wie viel Kalzium benötige ich eigentlich pro Tag?

Heidrun Fronek nennt in ihrem Buch „Nahrung als Medizin“ 1998 die folgenden Mengen:

Bedarf Inhalt in Selters 1 LiterInhalt in Schweizer Milch 1 Liter
Vitamin A1 mg00,48 mg
Vitamin B1,5 mg01,5 mg
Vitamin B9unbekannt00,05 mg
VitaminB120,003 mg01,2 mg
Kalzium900 mg107 mg1200 mg
Magnesium350 mg39 mg100 mg
Kalium4 mg13 mg1600 mg
Phosphor1400 mg0920 mg

Wir brauchen also pro Tag 1 Liter Milch für den Kalziumbedarf oder 8,4 Liter Selters, doch das  Letztere halte ich für sehr schwierig umzusetzen. Da dem Wasser, welch ein Wunder, die Vitamine fehlen, sollte es in einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zudem Obst, Gemüse und vieles andere auf dem Speiseplan geben. Suchen wir doch mal ein Lebensmittel mit natürlich viel Kalzium. Bei Mandeln finden wir zum Beispiel in 100g im Schnitt etwa 260mg, also nach 3,5 Händen voll Mandeln haben wir die Tagesmenge erreicht, aber auch fast 2000 Kalorien zu uns genommen. Das kann also nicht die Lösung sein. Bohnen haben im Schnitt pro 100g auch 100mg Kalzium und sind daher eine gute Ergänzung zum Wasser. Zwei Liter Selters am Tag und ein reichhaltiges Mittagessen mit Reis, Bohnen und Möhren sollte den Tagesbedarf gedeckt haben, ohne einen Tropfen Milch zu trinken. Da jedes Böhnchen auch noch ein Tönnchen macht, haben am Ende sogar alle Umstehenden etwas davon.

An dem Satz: „Du bist, was Du isst“ ist sicherlich etwas Wahres.

Positive Lebensmittel

Falls Du nun vermutest, dass ich die übliche Karotte ins Spiel bringe, muss ich Dich enttäuschen. Aber ich habe noch nie einen Hasen mit Brille gesehen, also könnte etwas daran sein.

Gute Produkte sind aus Vollkornmehl, dieses sollte aber wegen der Oxidation frisch und zeitnah verarbeitet worden sein. Wer seine Produkte selber zubereitet, wird hier immer eine bessere Qualität erreichen, als Lebensmittel, die lange Transportwege in Plastik hinter sich haben. Auch Obst ist gut für unsere Augen, wenn es unbehandelt und ungespritzt ist. Zudem grünes Gemüse, besonders Grünkohl, Weizenkeimöl, Karottensaft (na, da taucht die Möhre ja doch noch auf!), Rote Bete, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Kurkuma und Sauerkrautsaft.

Ich bin seit zwölf Jahren Vegetarier. Und ich war noch nie ernsthaft krank. Vegetarische Ernährung stärkt das Immunsystem. Ich glaube, dass Fleisch krank macht.

Bryan Adams

Ungeheuer hohen Nutzen für das Immunsystem und direkt für unsere Augen haben Heidelbeeren, Johannisbeeren und Holunder.

Ansonsten sind Vitamine in natürlicher Form notwendig und besonders die Vitamine A, B und C. Alle diese drei befinden sich in guter und ausreichender Form in den oben genannten Lebensmitteln. Neueste Studien belegen zudem die Wichtigkeit von Vitamin C für die Vorbeugung eines Grauen Stars. Ein weiteres Lebensmittel dem eine hohe Funktionalität und Nutzen für unseren Körper nachgesagt wird, ist Ginkgo. Als Tee oder Nahrungsergänzungsmittel in Pulver und Tablette wird es manchmal fast als Wundermittel propagiert. Es gibt eine hohe Anzahl an bestätigten Vorteilen für das neurologische System und damit auch direkt für unsere Augen.

Das so oft gelobte Omega 3 ist vermutlich am Ende gar nicht so nützlich für die Tränenflüssigkeit, wie viele Anhänger das gedacht und agitiert haben. Aber es ist scheinbar sehr gut für die Funktionen in unserem Gehirn. Auch gibt es eine Vielzahl von Augentropfen und Nahrungs-ergänzungsmitteln mit Zusätzen wie Lutein, Zeaxanthin, Glutathion, Quercetin, L-Cystin und sonstigen Bestandteilen. Diese sind zwar nachweisbar wirklich sehr wichtig, doch ist es umstritten, ob wir die Inhaltsstoffe auch wirklich dorthin transportieren können, wo sie gebraucht werden.

Ein theoretischer Physiker hat mir in dem Zusammenhang mal beim Einkaufen erklärt, das diese Präparate nur sinnvoll sind, um sich einen exklusiven und teuren Urin zu erzeugen. Ich denke, es war Dr. Sheldon Cooper, der mir das erklärt hatte.

Wichtig für den Organismus sind zudem Vitamin B3 und Proteine, ob nun pflanzlich oder tierisch und das Tyrosin das sich in Kürbiskernen finden lässt. Kohlenhydrate sind lecker, aber für unseren Organismus in vielerlei Hinsicht eine Belastung.

Spannend ist auch, dass in verschiedenen Ländern unterschiedliche Mindestmengen angegeben werden. So hat die WHO 45 mg Vitamin C als Tagesbedarf aufgeführt und in Deutschland und der Schweiz werden 100 mg angegeben.

Alle anderen Lebensmittel sind per se nicht ungesund, aber nicht förderlich und in hoher Dosis scheinbar sogar schädlich. Zuviel Fabrikzucker ist zweifelsfrei ungesund. Auch tierische Fette und weisses Mehl haben für den Körper keinen Nutzen. Es bleibt aber jedem selbst überlassen, zu essen, was er mag und möchte. Aber vermutlich wiederhole ich mich. „Du bist, was Du isst”. Ein weiterer möglicher wichtiger Punkt ist es, wie, wo und mit wem wir etwas essen.

Ich empfehle Dir, möglichst oft mit Freunden und der Familie zusammen zu speisen und während des Essens das Gespräch zu suchen. Wir essen langsamer, geselliger und zufriedener. Der Mensch ist am Ende halt doch ein sehr soziales Wesen. Essen sollte ein glückliches Event sein. Eine Vielzahl von Studien lassen den Rückschluss zu, dass genau das hilfreich ist, um sich gesünder und besser zu ernähren.

Meine Mutter hat schon immer gesagt: „Setz Dich hin beim Essen“. Scheinbar könnte da wissenschaftlich etwas daran sein.



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