Myopie Management

Kein Thema beschäftigt die Fachpresse mehr, als die Angst vor der Kurzsichtigkeit. Für mich als Optiker ist das gar nicht beängstigend, dass immer mehr Menschen eine Brille brauchen. Ich verdiene damit ja mein Geld. Es wird fieberhaft nach einer Lösung gesucht, weil mit der richtigen Methode natürlich auch viel Geld verdient werden kann. Auf der Suche nach der Heilung gehen nicht alle Wissenschaftler auf die Frage nach dem Warum ein. Hochrechnungen lassen vermuten, dass 2050 bereits jeder zweite Mensch kurzsichtig ist. Für mich sind solche Zahlen, die als Fakten verkauft werden, immer mit Vorsicht zu geniessen. Ich weiss nicht genau, wem es dient, wenn die Menschen Angst vor einer Myopie bekommen. Wir sollten damit beginnen, uns Gedanken zu machen, woher diese Kurzsichtigkeit kommt. Dann kann ich auch etwas dagegen machen, würde ich denken. Ach ja in Deutschland sind bereits 47% der jungen Erwachsenen Kurzsichtig.

Noch während ich das Buch geschrieben habe, wurde der Begriff der Myopie-Prävention von der Industrie herabgesenkt und zu Myopie-Management umformuliert. Es wurde einigen dann doch noch klar, dass sie nichts verhindern können, sondern nur begleiten. Myopie-Management gehört für mich in der DACH-Region eindeutig in die Hände der Augenärzte. Wichtig ist es auch, dass Myopie in Asien weiterverbreitet ist, was mit der Tatsache zu tun hat, dass Asiaten per se anatomisch grössere haben als Kaukasier. Ebenfalls haben Männer längere Augen als Frauen. Demnach sind asiatische Männer die gefährdetste Bevölkerungsgruppe.

Wieso werden wir myop?

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Ansätzen, um die Myopie-sierung zu erklären. Der häufigste in der deutschsprachigen Welt sind genetische Faktoren kombiniert mit unserer digitalen Nah-Welt. Diese Einflüsse werden heute als Epigenetik bezeichnet. Kurzsichtige tragen zudem früh in ihrem Leben eine Brille, die Brillengläser erlauben in der Peripherie keine nutzbare Abbildung und animieren damit das Auge weiter zu wachsen. Dieser Bildschalenfehler wird immer dann zur Erklärung herausgeholt, wenn es darum geht die Vorzüge von Kontakt-linsen gegenüber einer Brille deutlich zu machen. Eine andere Theorie aus den USA besagt das durch die Naharbeit dazu kommt, dass die Muskulatur der Augen in der Konvergenzbewegung eine Spannung am Auge verursacht. Diese Zugspannung zieht das Auge sprichwörtlich lang. Damit wächst eine Myopie also immer dann, wenn wir mehr in die Nähe schauen als in die Ferne. Das bestätigt sich in allen Studien, die ich kenne. Alle Varianten des Myopie-Managements verhindern auch nicht die Kurzsichtigkeit, sondern verlangsamen diese nur. Das ist mit der Zugspannungstheorie gut vereinbar. Ist es doch so, dass jedes Therapiesystem dafür sorgt, dass der Kunde weniger konvergiert, also wird er auch langsamer kurzsichtig. Es gibt die Vermutung, dass das immer grösser werden von uns Menschen auch einen Einfluss auf unsere Augen hat. Das wäre sicherlich einmal in Japan zu untersuchen. Ich habe gehört, dass dort nach der Einführung von Kuhmilch und Kuhmilchprodukten die Bevölkerung schlagartig um 12 cm gewachsen ist. Hier müsste dann ja die Kurzsichtigkeit rapide zugenommen haben. Eine Studie, die diesen Zusammenhang erklärt oder gefunden hat, kenne ich nicht. Eine neue weltweite Studie hat über 160 Gene als verantwortlich aufzeigen können, damit diese aber sich negativ aus-wirken, müssen gewisse Umweltfaktoren dies begünstigen. Dr. Schaeffel hat 1996 zudem zeigen können, das mangelndes Licht eine Kurzsichtigkeit steigern kann. Erhöhte Lichtintensität kann dann die Progression stabilisieren eine vorhandene Myopie aber nicht umkehren.

Die WHO hat die Definition der Myopie überarbeitet und die Augenlänge von 26,5mm als „Normal“ deklariert. Die bisherige Definit-ion von  -5,0 als hochgradige Myopie, ist damit abgelöst. Eine Augen-länge von über 26,5mm wird als kritisch bewertet und führt zu soge-nannten sekundär Erkrankungen. Eine ernst zu nehmende Sorge bei Myopie ist die deutliche Steigerung von Glaukom, Katarakt und Netzhauterkrankungen. Daher ist der Verlauf der Myopie sinnig zu verlangsamen, um Schäden am Auge zu reduzieren.

Bereits Hermann Cohn hat bereits Ende des 18. Jahrhunderts um diese Fragen gekümmert. In einer Studie hat er 10060 Schüler und Schüler-innen untersucht. Ebenso hat er die Klassenzimmer wissenschaftlich vermessen und überprüft. In den daraus folgenden Büchern, das ganzheitlichste vermutlich das „Hygiene des Auges in den Schulen“ von 1891 beantwortet er viele Fragen dazu. Viele seiner Vermutungen sind heute wissenschaftlich belegt und einige auch nicht. Seine Rückschlüsse zur Vermeidung einer Myopie-Epidemie sind aber heute aktueller denn je. Viele Gedanken wurden in späteren Experimenten von Frank Schaeffel, Donald Mutti und zum Beispiel Ian Morgan untersucht und bestätigt. So haben diese Wissenschaftler mehr als einmal beweisen können, dass man die Korrektion der Augen mit Brillengläsern verändern kann. Es wurde bereits in den 80ern viele Experimente mit Hühnern gemacht, die mit Brillen versorgt wurden.

Ursachen:

  • Genetik
  • Umwelt, Epigenetik
  • Dopamin
  • Emmetropisierung läuft fehlerhaft
  • Naharbeit, Digitalisierung
  • Esophorie, lag of accommodation
  • peripherer Focus

Welche Ansätze verfolgen wir weltweit aktuell?

Atropin

In einigen asiatischen Ländern und in den USA hat man wohl recht gute Erfolge mit diesem Medikament gemacht. Atropin ist ein Nervengift, das in höherer Konzentration schon sehr lange in der Augenarztpraxis benutzt wird. Atropin ist ein Alkaloid, also ein Gift, das seinen Namen der Tollkirsche (Belladonna) verdankt. In Asien und den USA hat man bereits an Kindern mit einer Konzentration von 0,01 %, 0,1 % und 0,5 % experimentiert. Die Funktion ist bisher nicht sicher erforscht, das Gelingen aber macht die Wissenschaftler optimistisch, dass es bald Medikamente zu kaufen gibt. Nebenwirkungen sind erhöhte Licht-empfindlichkeit, Kopfschmerzen und Schwierigkeiten beim Lesen. Im Handbuch zu möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten am Auge werden zudem folgende Probleme aufgeführt: allergische Bindehaut-entzündung, trockene Augen, Akkommodationsausfall oder ein Glaukom. Obwohl diese Liste relativ lang ist und es eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten gibt, habe ich auch in der Schweiz bereits Augenärzte damit experimentieren sehen. Atropin wird schon über 100 Jahren in der Augenheilkunde als Diagnosehilfsmittel eingesetzt, daher benötigt es keine weitere Zulassung.

Es hilft, die Pupille zu weiten und die Akkommodationsdynamik auszuschalten, damit der Blick in das Auge einfacher wird. Dieses Vorgehen wird meines Wissens kaum infrage gestellt. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass das bekannte Produkt in sehr schwacher Konzentration eingesetzt wird, um die Augen an der Kurzsichtigkeit zu hindern. Die Erfolge sind vorhanden. Die Nachteile über eine dauerhafte Behandlung mit einem Nervengift sind bisher nicht erforscht, wurden aber als sehr gering eingestuft. Die Öffnung der Pupille mit Atropin verursacht Stress und verhindert damit die Akkommodation. Das Kind kann nicht mehr seriös lesen. Vielleicht ist es genau dieser Wirkmechanismus, der die Kurzsichtigkeit abbremst. Atropin scheint das Längenwachstum der Augen allerdings nicht zu beeinflussen, was es in vielen Fällen als Therapiemittel unwirksam macht. Die Augenlänge muss zwingend beachtet werden.

Macht das Dein Augenoptiker oder Optometrist?

Orthokeratologie

Bei dieser Variante werden dem Kind harte Kontaktlinsen über Nacht auf das Auge aufgesetzt und die Form der Hornhaut verändert (vorübergehend).Die formstabilen Linsen, die für die Orthokeratologie benötigt werden, sind in der Schweiz, an jeder Ecke zu finden. Dort produzieren kleine und mittlere Betriebe solche Linsen. Nun braucht das Kind tagsüber keine Brille mehr und kann sehr gut sehen. Auch hier gibt es Erfolge zu verzeichnen. Allerdings haben auch schon einige seriöse Kontaktlinsenhersteller ihre Experimente wieder eingestellt, weil sie erkannt haben wollen, dass das alles nichts bringt. Andere wiederum,  haben bereits Linsen auf den Markt gebracht, die eine Verbesserung versprechen, aber den Beweis noch schuldig sind. 

Auf dem EurOK–Treffen der Experten für Orthokeratologie in Europa wurde diese Methode als optimale Möglichkeit beschrieben, weil man die Myopiesierung verlangsamen kann und die Gefahr einer Infektion heute sehr gering ist. Es wird also von einer Verlangsamung gesproch-en, nicht von einer positiven Änderung. Zudem ist die Häufung der Komplikationen heutzutage sehr gering, was immer das bedeutet. Ohne Kontaktlinsen ist das Infektionsrisiko signifikant geringer. 

Multifokale Kontaktlinsen

Einige Hersteller und schlaue Optometristen versuchen, den Kindern mit multifokalen Linsen die Kurzsichtigkeit abzugewöhnen oder zu verhindern. Dabei hat man in der Linse mehrere Bereiche integriert und das Kind hat in Ferne und Nähe eine unterschiedliche Stärke. Das sind keine neuen Linsen, diese sind schon lange sehr erfolglos auf dem Markt, auch wenn die Hersteller etwas anderes sagen. Multifokale Linsen zerstören die Peripherie und erlauben uns nicht das gleiche Sehen wie mit einer Fernbrille oder Fern-Kontaktlinse. Deswegen sind die Langzeitprobleme bei Kindern bis heute nicht erforscht. Erfolge in der Stabilisierung der Myopie gibt es, aber keine signifikanten Beweise einer allgemeinen Wirksamkeit. 

Multifokale Linsen scheinen am besten bis zu 11 Lebensjahre zu wirken, wenn sie die Ferne in der Mitte und die Nähe in der Peripherie anbieten. Je früher damit begonnen wird, umso schneller die Erfolge. Auch bei einer Esophorie sind diese Linsen oftmals hilfreich. Eine Herstellerstudie mit 600 Kindern hat zuletzt sehr gute Ergebnisse generiert.

Sonnenlicht

Eine neuere Untersuchung an der Universität Ulster hat erkannt, dass Menschen mit Myopie einen veränderten Melantoninspiegel haben. Kurzsichtige haben scheinbar mehr davon als eine Vergleichsgruppe. Was das genau bedeutet ist den Wissenschaftlern auch noch nicht klar, aber es zeigt, dass auch im Blutbild eine Kurzsichtigkeit erkannt oder vermutet werden kann. Melatonin ist unser Schlafhormon und wird durch Sonnenlicht (besonders dem blauen Anteil) geblockt, also an der Produktion gehindert. Wir sind wach. Wenn die Sonne fehlt, also in der Nacht und uns also auf natürlichem Wege kein blaues Licht mehr trifft, wird Melatonin ausgeschüttet und wir sind müde. Wir schlafen. Schlaf ist etwas absolut Existenzielles für unseren Metabolismus und wird scheinbar von Generation zu Generation immer weniger. Wenn Kurz-sichtige mehr Melatonin haben, liegt das vermutlich an zu wenig Sonnenlicht. Deswegen gilt die Sonne als Präventionsmassnahme Nr. 1.

Ebenfalls die CREAM-Studie und vielen diversen Experimenten von Schaeffel zeigen den Einfluss der Sonne auf unsere Augen. Jede optometrische Methode empfiehlt daher auch mehr Sonnenlicht an die Augen zu bringen.

Brillengläser

Es scheint so, dass Brillengläser das Auge tendenziell etwas weiter kurzsichtig werden lassen. Das liegt an einer Besonderheit der Abbildung. Die Peripherie bei Brillengläsern wird etwas hinter der Netzhaut abgebildet und deswegen ist das Auge bestrebt, noch zu wachsen, also kurzsichtiger zu werden. Diesen Fehler akzeptieren Optometristen der ganzen Welt schon immer. Dennoch erlauben sich viele, zu sagen, eine Brille verändert niemals die Augen, das ist wissenschaftlich aber mehr als eindeutig widerlegt. Brillen verändern oft die Sehstärke, nur die Wirkungsweise ist noch nicht eindeutig belegt.  

Ein spannendes neues Glas aus Japan, bei dem viele kleine Zusatzlinsen von +3.5dpt aufgebracht werden, zeigt eine Verlangsamung von bis zu 60 % an. Das Glas sollte Kindern frühzeitig gegeben werden. Dazu wäre es aber langfristige nötig, dass optometrische Tests im Myopie-Management Einsatz finden. Bisher sind in Deutschland, der Schweiz und Österreich die Optiker und Optometristen nicht dazu in der Lage das zu bewältigen. Das fällt zudem eindeutig in die Verantwortung der Augenärzte.

Zusammenfassung:

Alle aktuellen Systeme setzen an einem Punkt an, den ich betriebswirtschaftlich umsetzen kann. Ich kann Medikamente und auch Kontaktlinsen verkaufen.

Das lohnt sich, es wird ja viel Angst provoziert in der Thematik und Angst ist ein gutes Verkaufsargument, wenn ich sonst keines habe.

Man vermutet heute und dass ist schon ziemlich sicher, dass das Auge ein flexibles Körperteil ist. Es braucht Bewegung. Wir haben im Auge und um das Auge herum eine Vielzahl von Muskeln, die alle benutzt werden wollen. Wenn wir nun dauerhaft in die Nähe schauen, gleichwohl welches Produkt wir dann anschauen, verlieren wir unsere Beweglichkeit. Ebenfalls sind unsere Augen in hohem Masse ein Detektor für Licht, ohne Sonnenlicht verlieren die Augen ihre Funktion. Wo aber halten wir uns täglich auf, wo lesen wir, schauen in die Nähe? Natürlich drinnen. Wir haben Lampen und Fenster, aber die geben bei weitem nicht das Spektrum ab, das wir brauchen. Mein Wohnzimmer, hell beleuchtet hat gerade mal 300–500 LUX anzubieten bei einer Fensterfront von fast 6 Metern. Ein bewölkter Tag im Freien hat im Schnitt noch 2000 LUX, die wir auch brauchen, um unsere Augen wirklich optimal zu nutzen. 

Die wachsende Zahl der Myopie hat vermutlich verschiedene Ursachen: Genetik, Sehanforderungen unserer Gesellschaft und Freizeitgestaltung werden oftmals benannt. Hat ein Elternteil eine Myopie, hat das Kind eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, sind beide Eltern myop, ist es gar siebenfach. Es gibt Kontaktlinsen auf dem Markt, die in der Peripherie den Bildschalenfehler korrigieren. Während ein Brillenglas in der Peripherie ein Bild erzeugt, das hinter der Netzhaut entsteht, vermutet man, dass das dazu führt, dass das Auge das Bild scharf stellt und deswegen wächst, was zu einer Myopiesierung führt. Diese Linsen setzen das Bild in der Peripherie vor die Netzhaut, zerstören aber auch die Wahrnehmung der Peripherie erheblich mehr, als eine klassische Brille. Das Sehen findet aber bekanntermaßen nicht nur in der Mitte statt, wo es scharf und deutlich ist. Der Wissenschaft fehlt es noch an erfolgreichen Produkten. Sie basteln mit bestehenden Systemen an Möglichkeiten herum und haben bisher keine Revolution geschaffen. Alles Bisherige war schon mal da und ist immer nur eine Adaption des Vorhandenen. Kontaktlinsen gibt es seit knapp 40 Jahren in der heutigen Qualität. Seit Jahren hängt die Branche, es kommt einfach nichts Neues aus den Laboren, also müssen sie immer wieder versuchen, das vorhandene Produkt zu ändern, um es als Innovation zu verkaufen. Bewertet man die Produkte aber etwas genauer, fällt auf, dass weder Kontaktlinsenhersteller noch Brillenglashersteller etwas Neues erfunden haben.

Das Thema der Myopie-Prävention gibt es schon sehr lange. Bereits 1865 hat der Augenarzt Hermann Cohn in Breslau und Umgebung eine Vielzahl von sehr guten Studien angelegt. Er hat damals bereits festgestellt, dass 25% der Schüler der höheren Schulen ein Problem mit der Sehstärke haben. In den niedrigeren Schulen waren es unter einem Prozent. Es wurden in seinem bekanntesten Werk 10060 Schulkinder untersucht. Er hat dabei festgestellt, dass mehr Frauen myop werden als Männer und mehr reiche als arme Menschen. Er führte das auf das häufige Lesen unter schlechten Lichtbedingungen zurück. Hermann Cohn plädierte schon damals dafür, dass es Mindestanforderungen geben müsste, damit sich die Bedingungen optimieren. In Frankreich gab es damals eine gesetzliche Verankerung, dass jedes Kind in der Schule beim Blick aus dem Fenster den Himmel ungehindert sehen können muss. In deutschen Schulen der damaligen Zeit gab es das nicht. Ich weiss aber nicht, ob es das heute gibt. Aus dieser Zeit stammt der Satz, dass das Lesen im Bett schlecht für die Augen sei.

Eine heutige Empfehlung sollte sicherlich sein, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen und bei natürlichem Licht zu lesen. Im Bett bei guter Beleuchtung zu lesen sei daher vermutlich auch nicht schädlich.

In der Funktional-Optometrie wird das Verhalten des Menschen als Ursache für die Kurzsichtigkeit benannt. Daher wird dort eine Unterkorrektion der Brille empfohlen und eine ergänzendes Visualtraining. Laut wissenschaftlichen Studien ist das eher nicht nütz-lich. Spannend ist es aber festzustellen, dass alle Methoden immer auch eine partielle Abschwächung der Sehstärke erzeugen. Sowohl bei der Orthokeratologie, wie auch bei multifokalen Kontaktlinsen wird die Peripherie abgeschwächt. Bei der Vergabe von Atropin wird vermutlich gleich das ganze Auge durch die Pupillenöffnung kurzsichtiger, wonach dann die Brille schwächer wirkt.

Studien aus den Jahren 2009–2019 geben eine Verlangsamung der Myopiesierung in folgenden Prozentzahlen an.

multifokale Brillengläser22%
orthokeratologische Linsen43%
weiche Spezial-Tageslinsen59%
spezielle Gläser aus Japan60%
Atropin76%

Die beste Wirkung hat Atropin mit einem optometrischen System ge-koppelt, wenn das Kind den ganzen Tag an der frischen Luft verbringt. Zu diesem Entschluss kommen zuletzt die meisten Studien. Eine grossartige Idee ist das Integrieren von Medikamenten in eine Kontaktlinse, das ist aber noch Zukunftsmusik. Die Behandlung sollte immer in Kooperation mit den Augenärzten erfolgen.

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Wer möchte, kann auf der Homepage Brainholdenvision.org den Kalkulator nutzen, um seine zukünftige Myopie berechnen zu lassen.

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Myopie kann übrigens entstehen weil das Auge zu lang geworden ist, dann helfen vielleicht Linsen und Brillen. Wenn es aber ein internes Problem mit der Augenlinse ist, dann hilft nur Atropin. In beiden Fällen ist aber 100% das Sonnenlicht nützlich. Wenn dein Augenoptiker also Kontaktlinsen anpassen möchte oder dir eine Brille zur Myopie-Kon-trolle verkaufen will, sollte er auch die Augenlänge messen können. Die Kontaktlinsen sind im Übrigen nichts Besonderes. Es handelt sich bei allen auf dem Markt befindlichen Varianten um Systeme die schon länger verfügbar sind. Höhere Preise sind also nicht gerechtfertigt.


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