Versorgung mit Brille und Linse

Brille

Brillengläser gibt es in vielen, fast unendlich vielen Varianten.

Natürlich ist jeder Optiker, Hersteller und Anbieter von seinen Produkten am meisten überzeugt. So darf das ja auch sein. Im Sinne der Komplementär-Optometrie darf ich Dich bitten auf folgendes zu achten:

Das Auge braucht Licht, deswegen bitte keine Filter, phototropen Gläser oder spezielle Schichten zur Reduktion von blauem Licht kaufen. Das Glas sollte klar und brillant sein, eine Entspiegelung sollte ohne farbigen Restreflex auskommen. Das kennt vermutlich nicht jeder Augenoptiker, ist aber bei vielen Herstellern zu bestellen und ich vermute, dass sich 2021 ein Trend zu solchen Gläsern hin entwickeln wird. Heutzutage verwenden wir zu fast 90% Kunststoffgläser. Die basieren auf einer Entwicklung, die in den 60er Jahren in den USA für das Militär entwickelt wurde. Wenn Du es nicht verhindern kannst und Du Dir Gleitsichtgläser kaufen möchtest, dann sei Dir versichert, teuer ist nicht besser und günstig nicht per se schlecht. Ich möchte einmal so weit gehen, dass ich behaupte, dass die meisten Augenoptiker von diesen Gläsern nicht die geringste Ahnung haben und sie dennoch erfolgreich verkaufen. Das spricht, wie ich finde, aber nicht für das Produkt, sondern für unsere Gutgläubigkeit. Wenn es mal zu Kom-plikationen kommt, dann ist natürlich meist der Kunde schuld, weil er sich einfach nicht daran gewöhnen will oder falsche Vorstellungen hat. Es werden bei vielen Optikern oft drei Varianten angeboten. Die verwendeten Bilder sind aus den 80er Jahre und waren schon damals vollkommen falsch. Die Industrie weiss das auch, aber es ist einfach ein sehr nützliches Hilfsmittel.

Zur Entwicklung der Gleitsichtgläser

Diese Geschichte ist noch gar nicht so alt. 

Seit den 40er und 50er Jahren versuchten die Optiker, Gläser zu produ-zieren, die für alterssichtige Menschen das Sehen in Ferne und Nähe ermöglichen. Es gab schon Bifokalgläser, die waren aber ästhetisch nicht besonders ansprechend und haben Lücken in den deutlichen Sehbereichen.

Es soll ein Franzose sein, der das erste nutzbare Glas dieser neuen Kategorie erfunden hat. Monsieur Maitenaz hat bereits 1953 das Patent angemeldet und 1959 die ersten Kunden versorgt. Heute ist der daraus entstandene Betrieb der grösste Produzent für Gläser in der Welt. In der Anfangszeit war es eher eine Lotterie, ob die Gläser funktionieren oder nicht. Es wurde mit Hochdruck an einer Verbesserung gearbeitet.

Diese Art der Gläser erlaubt die veränderbare Optik durch einen bestimmten Schliff der Oberflächengeometrie. Das hat aber technische Grenzen und ist stark abhängig von der Korrektion und im Besonderen der Addition.

Er besagt, dass die Differenz der Hauptkrümmungen, der sogenannte Flächenastigmatismus A, auf einer Fläche mit einer Nabelpunktlinie (d. h. einer Linie, längs derer A = 0 ist) in der Umgebung senkrecht zu einem Punkt einer derartigen Linie einen Anstieg zeigt, der doppelt so groß ist, wie die maximale Steigung der mittleren Krümmung H in diesem Punkte: |grad A|=2 |grad H|

Dieser differenzialgeometrische Zusammenhang hat direkte Auswirkung auf die Konstruktion der Gleitsichtfläche eines Gleitsichtbrillenglases. Die Breite ihrer Progressionszone als Verbindung zwischen Fernsichtzone und Nahsichtzone ist aufgrund der notwendigen Brechkraftänderung eingeschränkt und wird mit zunehmender Addition (Nahzusatz) schmaler…“ (aus Wikipedia, 08.10.2019)

Satz von Minkwitz(1963)

Es gibt also für diese Gläser eine maximal machbare Qualität. 

Diese haben wir im Grunde schon seit einigen Jahren erreicht. Es ist so, als wären wir am Anfang bei einem Marathon gestartet und nun stehen wir seit Anfang der 2000er unmittelbar vor der Ziellinie. Wenn wir Ausatmen, flattert sogar das Zielband. Nun werden alle paar Jahre Innovationen entwickelt, die den Abstand zum Ziel halbieren. Das kostet Unsummen und muss daher teuer bezahlt werden – meist vom Kunden. 50% näher am Ziel tönt zudem ja auch unglaublich gut.

Die Zahlen für Verträglichkeit und Zufriedenheit sind seit Jahren völlig unverändert. Es braucht eine Revolution, etwas anderes, um ein mehr an Qualität zu erreichen. Solange aber mit Gleitsichtgläsern so viel Geld verdient werden kann, wird sich das vermutlich nicht ergeben.

Ergänzung

Nach der mathematischen Berechnung von Herrn Minkwitz halbiert sich der Komfort eines Gleitsichtglases, wenn die Addition sich ver-doppelt.

Dennoch werden hierzulande immer noch viel zu starke Brillen verordnet. Es gibt gute mathematische Gründe warum eine Addition nicht mehr als +1,dpt bis +2,25dpt betragen sollte. Die häufigste Verordnung ist allerdings bereits +2,5dpt. Der Kunde bekommt mit Vorsatz eine Brille mit mangelndem Komfort, ohne zu wissen, das bei einer simplen Reduktion der Stärke die Qualität des Sehens erheblich besser wäre.

Kontaktlinsen

Diese sind grundsätzlich unnatürlich und daher vermutlich langfristig schädlich für das Auge. Es ist ein wenig wie mit einem Auto. 1756 war das Risiko von einem Auto überfahren zu werden relativ gering, gab es ja noch keine. Heute informieren uns die Werbung und die Experten, wie sicher es ist und wie selten wir heute noch von einem Auto überfahren werden. Nun ja ohne Auto war die Chance geringer. Dergleichen gilt für Kontaktlinsen: Heutige Linsen sind medizinische Hightech-Produkte, die hervorragend kontrolliert und angepasst werden. Auf das Auge gehört Plastik, aber vermutlich dennoch nicht. Alle Komplikationen, die mit Linsen auftreten, sind ohne Linsen signifikant seltener. Wenn Du aber nun Sport machst oder eine hohe Korrektur hast (über -4,0dpt) dann verstehe ich sehr wohl Deinen Wunsch nach Linsen. Bitte lasse diese immer nur von einem Optiker anpassen, kaufe diese niemals im Internet und lasse sie regelmässig alle 6 Monate kontrollieren. Wenn Du schon diesen Weg einschlägst, dann bitte unter professioneller Beobachtung. Halte Dich bitte immer an die Vorgaben und Regeln Deines Spezialisten. Damit ist das Risiko minimiert.

Sonnenbrille

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Fragen wir doch jemanden der sich damit auskennen dürfte:

von Anders Noren.

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