Femtosekundenlaser in der Kataraktchirurgie – Präzision trifft Zukunft

Von der Vision zur Routine – wo Chancen und Grenzen liegen

Vor 30 Jahren begann die Revolution: der Femtosekundenlaser hielt Einzug in die Augenheilkunde. Erst zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten, später auch beim Grauen Star (Katarakt). Heute gilt die Technologie als eine der präzisesten Methoden der modernen Augenchirurgie und sie verändert den Eingriff nachhaltig.

Der Laser arbeitet im Billionstel-Sekunden-Bereich. Damit können feine Strukturen der Linse und Hornhaut ohne Skalpell getrennt werden. Exakt, kontrolliert und gewebeschonend. Besonders bei der Kapsulotomie (dem Öffnen der Linsenkapsel) oder der Fragmentation der Linse spielt der Laser seine Stärken aus. Das bedeutet: weniger Energie, kürzere OP-Zeit und höhere Sicherheit.

Doch Präzision hat ihren Preis. Die Technologie ist teurer als herkömmliche Methoden wie die Phakoemulsifikation. Der künftige ESCRS-Präsident Prof. Burkhard Dick betonte daher in Kopenhagen, dass Miniaturisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz entscheidend sind, um den Laser langfristig wirtschaftlich zu machen.

Neue Systeme wie der Helix-Laser, der ohne Saugglocke arbeitet und in wenigen Sekunden einsatzbereit ist, zeigen, wohin die Reise geht. Auch bei pädiatrischen Katarakten – also bei Kindern – erweist sich die Methode als echter Fortschritt. Dank präziser Laseröffnungen kann eine Intraokularlinse sicher implantiert werden, sogar unter Berücksichtigung der altersbedingten Gewebeelastizität – berechnet mit der sogenannten Bochumer Formel.

Ein weiterer Meilenstein ist die primäre posteriore Laserkapsulotomie (PPLC), bei der die Linsenkapsel beidseitig geöffnet wird. Das reduziert Komplikationen wie den Nachstar (PCO) drastisch in einer Bochumer Studie auf 0 %.

Fazit:
Der Femtosekundenlaser ist mehr als Hightech – er ist ein Werkzeug für die Zukunft der Kataraktchirurgie. Seine Präzision ermöglicht neue chirurgische Wege, mehr Sicherheit und Individualisierung. Die Herausforderung bleibt, ihn zugänglich, effizient und kostengünstig zu machen – damit Präzision für alle möglich wird.

Quelle:

Deutsches Ärzteblatt
Burkhard Dick, European Society of Cataract and Refractive Surgery (ESCRS) 2025, Kopenhagen
DOG & Universitäts-Augenklinik Bochum, 2025

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