Eine Forschungsstudie, die auf der Jahrestagung der American Society for Biochemistry and Molecular Biology vorgestellt wurde, hat gezeigt, dass Patienten mit Trockenem Auge (Sicca-Syndrom) ein verändertes Augenmikrobiom aufweisen im Vergleich zu gesunden Augen. Dieses veränderte Mikrobiom wird von anderen Bakterienspezies dominiert. Die Studie, die 30 Freiwillige umfasste, wurde von Pallavi Sharma von der Stephen F. Austin State University in Nacogdoches geleitet. Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse neue Wege für die Behandlung des Trockenen Auges eröffnen können, einer weit verbreiteten Erkrankung, von der 15-17 % der deutschen Bevölkerung betroffen sind.
Die Studiengruppe entnahm Augenabstriche von 30 Probanden und analysierte die Zusammensetzung des Augenmikrobioms mithilfe von 16S-rRNA-Sequenzierung. Dabei stellte sich heraus, dass das menschliche Auge ein vielfältiges Mikrobiom aufweist, das aus mehr als 150 verschiedenen Taxa besteht. Einige dieser Taxa waren weit verbreitet, während andere nur selten vorkamen. Zum Beispiel wurden Acinetobacter, Cutibacterium und Caryophanales in mehr als der Hälfte der Proben gefunden, während insgesamt 85 Taxa jeweils nur in einer einzigen Probe nachgewiesen wurden.
Die Forscher verglichen dann die Mikrobiomzusammensetzung von Personen mit gesunden Augen mit der von Personen, die das Sicca-Syndrom hatten. Dabei stellten sie fest, dass gesunde Augen eine einzigartige mikrobielle Zusammensetzung aufweisen, die von Streptokokken und Pedobacter-Spezies dominiert wird. Im Gegensatz dazu war das Augenmikrobiom von Personen mit Trockenem Auge durch eine höhere Prävalenz von Solirubrobacterales, Acinetobacter und Enterococcaceae gekennzeichnet.
Die Forscher spekulieren, dass Metabolite, die von diesen Bakterien produziert werden, möglicherweise für das Trockene Auge verantwortlich sein könnten. Als nächstes planen sie, die Stoffwechselwege zu untersuchen, die mit Acinetobacter assoziiert sind, um die Erkrankung besser zu verstehen und potenzielle Ansatzpunkte für neue Therapiemöglichkeiten zu identifizieren.
Zusätzlich beabsichtigen sie, das Darmmikrobiom der Patienten mit Sicca-Syndrom genauer zu untersuchen, da möglicherweise Zusammenhänge mit den beobachteten Unterschieden im Augenmikrobiom bestehen.
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