Myopie – Und nun? Wie wir die Kurzsichtigkeit in den Griff bekommen

Die Zunahme von Myopie, also Kurzsichtigkeit, ist ein weltweites Phänomen, das uns in der Augenoptik und Optometrie vor große Herausforderungen stellt. Ein aktueller Artikel auf EURO-FOCUS beleuchtet die steigenden Myopieraten und die Frage: „Und nun?“ – Was können wir tun, um dieses Problem in den Griff zu bekommen?

Was ist Myopie?

Myopie ist eine Fehlsichtigkeit, bei der entfernte Objekte unscharf gesehen werden, während nahe Objekte klar bleiben. Dies liegt daran, dass das Licht vor der Netzhaut fokussiert wird, anstatt genau darauf. Die Hauptursachen sind genetische Veranlagung und Umweltfaktoren wie übermäßige Naharbeit und unzureichende Zeit im Freien.

Die wachsende Herausforderung

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Häufigkeit von Myopie dramatisch erhöht. Besonders alarmierend ist, dass Kinder immer früher und stärker betroffen sind. Studien zeigen, dass bis 2050 fast die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein könnte. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da hohe Myopie mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Augenerkrankungen wie Netzhautablösung, Glaukom und Makuladegeneration verbunden ist.

Strategien zur Myopiekontrolle

Angesichts dieser Prognosen stellt sich die Frage: „Und nun?“ Welche Maßnahmen können wir ergreifen, um das Fortschreiten der Myopie zu verlangsamen und die Augengesundheit langfristig zu schützen?

  1. Mehr Zeit im Freien: Studien haben gezeigt, dass Kinder, die mehr Zeit im Freien verbringen, ein geringeres Risiko haben, myopisch zu werden. Tageslicht fördert die gesunde Entwicklung des Auges und kann das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen.
  2. Reduzierte Naharbeit: Die ständige Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern erhöht das Risiko für Myopie. Regelmäßige Pausen und die Einhaltung der 20-20-20-Regel (alle 20 Minuten, 20 Sekunden in die Ferne schauen, mindestens 20 Fuß weit) können helfen, die Belastung der Augen zu reduzieren.
  3. Optische Korrekturen: Spezielle Brillengläser und Kontaktlinsen, die für die Myopiekontrolle entwickelt wurden, können das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen. Dazu gehören orthokeratologische Linsen (Nachtlinsen) und multifokale Kontaktlinsen.
  4. Medikamentöse Therapie: Der Einsatz von niedrig dosiertem Atropin, einem Augentropfen, hat sich als wirksam erwiesen, um das Fortschreiten der Myopie zu verlangsamen. Diese Therapie sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Was bedeutet das für uns?

Für uns als Augenoptiker und Optometristen bedeutet die Zunahme von Myopie, dass wir uns intensiv mit Präventionsstrategien und modernen Korrekturmethoden auseinandersetzen müssen. Es ist entscheidend, dass wir unsere Kunden und Patienten – besonders Eltern – umfassend beraten und über die Möglichkeiten zur Myopiekontrolle informieren.

Fazit

Myopie ist mehr als nur eine Sehstörung – sie ist eine globale Herausforderung, die unsere Aufmerksamkeit und unser Engagement erfordert. Es gibt jedoch Hoffnung: Mit den richtigen Maßnahmen können wir das Fortschreiten der Myopie verlangsamen und die Augengesundheit schützen. Die Frage „Und nun?“ können wir also mit Zuversicht beantworten: Indem wir aufklären, präventive Maßnahmen ergreifen und moderne Korrekturen einsetzen, können wir einen großen Unterschied machen.

LG Ralf C. Jann dein AUGENFITNESS-COACH

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2 Kommentare zu „Myopie – Und nun? Wie wir die Kurzsichtigkeit in den Griff bekommen

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