Bewegung, Schlaf und Kurzsichtigkeit – Gibt es eine Verbindung?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie mit dem Titel „Pooled Analysis of Physical Activity, Sedentary Behavior, and Sleep Among Children From 33 Countries“ hat alarmierende Ergebnisse gezeigt: Nur 14,3 % der Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren erfüllen die von der WHO empfohlenen Richtlinien für körperliche Aktivität, Bildschirmzeit und Schlaf. Diese Empfehlungen lauten:

  • Mindestens 180 Minuten körperliche Aktivität pro Tag (davon 60 Minuten in moderater bis intensiver Form),
  • Maximal 1 Stunde Bildschirmzeit pro Tag,
  • 10-13 Stunden Schlaf pro Tag.

Obwohl sich die Erfüllungsrate in verschiedenen Regionen unterscheidet, bleibt sie global erschreckend niedrig. Besonders interessant ist, dass es eine klare Korrelation zwischen körperlicher Aktivität und Schlafverhalten gibt – wer sich mehr bewegt, schläft in der Regel besser. Das ist an sich keine Überraschung, aber es verdeutlicht, wie wichtig Bewegung in den frühen Entwicklungsjahren ist.

Bewegung an der frischen Luft und Kurzsichtigkeit: Ein Zusammenhang?

Zusätzlich zu den Daten zur Bewegung und zum Schlaf gibt es eine zweite wichtige Komponente, die uns zum Nachdenken bringt: Kurzsichtigkeit (Myopie). In verschiedenen Studien wird deutlich, dass die Prävalenz von Myopie in Regionen, in denen Kinder weniger Zeit im Freien verbringen, viel höher ist. Nehmen wir einmal die nachfolgende Tabelle als Beispiel:

RegionJungen (%)Mädchen (%)Gesamt (%)Myopie (%)
Afrika25,122,623,99,2
Nordamerika8,07,47,725,4

In Afrika, wo Kinder laut der Bewegungsstudie eine hohe körperliche Aktivität an der frischen Luft zeigen, ist die Myopieprävalenz vergleichsweise niedrig (9,2 %). Im Gegensatz dazu zeigt Nordamerika, wo Kinder deutlich weniger körperliche Aktivität haben, eine hohe Myopieprävalenz von 25,4 %.

Korrelation oder Kausalität?

Hier liegt der spannende Punkt: Wir sehen eine Korrelation zwischen weniger Bewegung im Freien und höheren Myopieraten – aber bedeutet das automatisch, dass die eine Sache die andere verursacht? Wissenschaftlich gesehen nicht zwingend. Dennoch erlaubt uns die Vielzahl an Daten die Hypothese, dass wenig Outdoor-Aktivität Kurzsichtigkeit begünstigt. Dies entspricht auch bisherigen Forschungen, die nahelegen, dass der Aufenthalt im Freien und die damit verbundene Exposition gegenüber natürlichem Licht das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen kann.

Was können wir daraus lernen?

Kinder brauchen Bewegung, und zwar idealerweise an der frischen Luft. Neben den Vorteilen für den Schlaf könnte dies auch ein wichtiger Faktor sein, um das Risiko einer Kurzsichtigkeit zu senken. Es ist eine einfache Maßnahme, die viel bewirken könnte – und nicht nur die Augen unserer Kinder profitieren davon. 👀🏃‍♂️🌞

Fazit:

Auch wenn diese Studie keine kausale Verbindung zwischen Bewegung und Kurzsichtigkeit beweist, sollten Eltern, Erzieher und Gesundheitsfachkräfte die Wichtigkeit von ausreichend Bewegung, insbesondere im Freien, nicht unterschätzen.

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LG,
Ralf C. Jann dein AUGENFITNESS-Experte


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