Wenn weniger Spritzen mehr Sehen bedeuten.
Die Behandlung von altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) und diabetischem Makulaödem (DMÖ) hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Eine neue Studie aus Grossbritannien zeigt nun, dass Faricimab, ein moderner Antikörper, nicht nur den Visus verbessern, sondern auch die Therapielast reduzieren kann.
Der Wirkstoff wirkt doppelt: Er hemmt sowohl VEGF-A, das unkontrolliertes Gefässwachstum in der Netzhaut anregt, als auch Angiopoietin-2, ein Protein, das Gefässe instabil macht und Entzündungen fördert. Das Ergebnis: weniger Leckagen, weniger Schwellung und klareres Sehen.
In der Real-World-Studie FARWIDE, die auf dem DOG-Kongress vorgestellt wurde, wurden fast 9.000 Augen von Menschen mit nAMD oder DMÖ untersucht. Besonders spannend:
- Therapienaive Augen (also zuvor unbehandelte) zeigten einen deutlichen Visusgewinn von durchschnittlich 56 auf 60 Buchstaben auf der ETDRS-Sehtafel nach 12 Monaten.
- Vorbehandelte Augen blieben stabil, was immerhin eine gute Nachricht für chronische Fälle ist.
- Die Zahl der notwendigen Injektionen konnte nach dem ersten halben Jahr deutlich reduziert werden.
Auch die Nebenwirkungsraten blieben niedrig: Entzündungen und Infektionen traten seltener als 0,2 % pro 100 Injektionen auf – ein bemerkenswert sicherer Wert.
💬 Fazit:
Faricimab könnte ein Wendepunkt in der Therapie von Netzhauterkrankungen sein länger wirksam, weniger Belastung für die Patientinnen und Patienten.
Gerade für ältere Menschen oder Diabetiker, die regelmässige Injektionen nur schwer verkraften, ist das ein echter Fortschritt.
Quelle:
AMD und diabetisches Makulaödem: Daten weisen auf Vorteile durch Faricimab hin – News – Deutsches Ärzteblattt
Philipp Lothar Müller et al., FARWIDE Real-World-Studie, DOG 2025, Berlin
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Dein Augenfitness-Experte, Ralf C. Jann ☀️🌿👁️
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